Mamas und Papas stoßen Sanierung des Spielplatzes an – erste Ideen wecken Vorfreude
Vor einiger Zeit kam von einigen Eltern der Wunsch nach einer Mitwirkung bei der Neugestaltung des Spielplatzes im Entennest auf. Da für die Stadt Herbolzheim Familienfreundlichkeit eine zentrale Säule im alltäglichen Miteinander ist, wird das Projekt nun angegangen. Das Besondere: Die Eltern möchten selbst tätig werden und den Spielplatz mitgestalten. Das Engagement der Mamas und Papas startet lange vor dem ersten Spatenstich, denn sie haben sich intensiv mit der Planung auseinandergesetzt und eigene beeindruckende Ideen entwickelt. Diese hat die Pädagogische Ideenwerkstatt BAGAGE aufgegriffen um am Donnerstag der vergangenen Woche in ersten Pläne konkretisiert.
Die BAGAGE ist eine gemeinnützige GmbH und ein erfahrener Partner in Sachen kindgerechte Spielraumplanung. Die Spielräume der BAGAGE orientieren sich an den Leitgedanken naturnah, sicher, individuell, kindgerecht, Mitbeteiligung und generationenübergreifend. Die Freiburger Experten legen bei diesem Projekt ebenso viel Wert auf die Elternbeteiligung wie die Stadt. Der gesamte Prozess - von der ersten Ortsbegehung bis hin zu der Umsetzung - erfolgt gemeinsam mit Eltern. Es soll um echte Partizipation gehen, sodass die Dinge, an denen Mütter und Väter mitgewirkt haben, am Ende auch wirklich sichtbar sind. Eine Mitbeteiligung nur der Mitbeteiligung willen ist für keinen sinnvoll, so betonte Thomas Stadelmann, Geschäftsführer von BAGAGE. Wenn Eltern einen Graben schaufeln, der mit dem Bagger in 15 Minuten ausgehoben wäre, dann entspreche dies nicht dem Sinn einer aufrichtigen Beteiligung.
Die Eltern reden mit. So griff BAGAGE die durchdachten Vorschläge der Eltern in ihren ersten Plänen auf, das Ergebnis macht jetzt schon Lust aufs Spielen und Toben: Ein Spielbereich mit Wasser zum Matschen mit einer echten Schwengelpumpe soll entstehen. Der mit großen Kieselsteinen und Mosaik gestaltete Bachlauf kann im Winter auch ohne Wasser genutzt werden. Naturnahe Spielgelegenheiten zum Balancieren, Klettern und Toben sind ebenfalls geplant. Auch für die ganz Kleinen wird es einen Bereich geben. Beim großen Rutschenturm mit Versteck- und Klettermöglichkeiten wird man das Thema „Entennest“ visuell aufgreifen. Auch darüber hinaus werden die geografischen Gegebenheiten vor Ort in die Gestaltung einbezogen. So wird sich ein multifunktionales und individuelles Spielgerät aus Holz und anderen Materialien wie Seilen und Netzen am Hügel entlang schlängeln und sich in die Gegebenheiten der Natur vor Ort einfügen. So entstehen Höhenunterschiede und verschiedene Schwierigkeitsgrade für jüngere und schon ältere Kinder.
Es gibt ausreichend Platz für kreatives Freispiel, bei der zu jeder Jahreszeit die Natur miteinbezogen werden kann. Die bereits vorhandenen großen Bäume werden als Schattenspender gezielt in der Planung berücksichtigt. Auch an einen Treffpunkt mit Sitzgelegenheiten ist gedacht. Durch die geplante dichte Bepflanzung entstehen spannende Wege und Orte, die zum Verstecken einladen und das ein oder andere Abenteuer versprechen. Die Bepflanzung wird außerdem als Laufschutz für den Schaukelgarten genutzt.
Alle Materialien werden regional und nachhaltig beschafft und kommen zu einem Großteil sogar direkt aus Herbolzheim. Einige Dinge wie Sitzgelegenheiten können aus dem alten Spielplatzbestand übernommen werden. Für die zukünftige Nutzung des Geländes in Richtung Bolzplatz hat die Ideenwerkstatt BAGAGE bereits eine Zukunftsvision in petto.
Die Bauzeit für das 60.000 Euro teure Projekt wird bei rund 12 Wochen liegen. Der Start für die Neugestaltung des Entennest-Spielplatzes ist nach Fertigstellung des Maria-Sand-Spielplatzes terminiert (Februar 2023), sodass das neue Spielparadies hoffentlich im Mai nächsten Jahres genutzt werden kann. Wir werden Sie über den Fortschritt auf dem Laufenden halten.